Tagung 2022

Mädchen*fantasien – zur Politik und Poetik des Mädchenhaften

7. TAGUNG DER KPUV – 2.-4.6.2022 IN ZÜRICH

Die nächste Tagung der DGEKW-Kommission „Kulturen populärer Unterhaltung und Vergnügen“ (KPUV) findet Anfang Juni am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich statt. Sie widmet sich dem Thema „Mädchen*fantasien – zur Politik und Poetik des Mädchenhaften“. In 18 Vorträgen beschäftigen sich Kulturwissenschaftler*innen mit Mädchenkulturen, ihrer Geschichte und Theorie. Den Keynote-Vortrag hält die Historikerin und Pulitzer-Preisträgerin Marcia Chatelain.

PROGRAMM UND ANMELDUNG

Weitere Informationen, das Programm und einen Link zur Anmeldung finden Sie auf der Tagungswebseite.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an maedchentagung@isek.uzh.ch

ZUM TAGUNGSTHEMA

Starke, wütende, süße, fiese Mädchen, good girls und bad girls, fat girls und sad girls, waif und Wildfang, Pferdemädchen, riot grrrls und Skingirls, Fangirls im Erwachsenenalter und freche junge Mütter, total natürliche Mädchen und Mädchen, die ihr eigene Versionen von Schönheit entwerfen: Die Pop- und Populärkultur macht vielfältige Mädchen-Figuren sichtbar.

Gerade in den letzten Jahren, in der die alten, weißen Männer als politisch-moralische Anti-Figur der Gegenwartskultur fungieren, sind die Stärkung von Mädchen und die Schaffung positiver Identifikationsmöglichkeiten zu prominenten Zielen von progressiver Kulturproduktion, -kritik und -politik avanciert. Mädchen* versprechen vielfach (wieder?) eine bessere, gerechtere, jugendlichere, und vielleicht auch: sinnlichere Welt – der die Zukunft gehören könnte.

Vor dem Hintergrund solcher zeitdiagnostischer Einsätze, fragt die Tagung danach, wie kulturelle Figurierungen des Mädchenseins gesellschaftliche Konjunkturen prägen. Sie betrachtet das Mädchenhafte aus kulturanalytischer Perspektive und spürt den geschlechtskonstituierenden und -spezifischen Wahrnehmungsweisen nach, die zum Wandel von Mädchen-Figuren und zu deren Politisierung entscheidend beigetragen haben.

Mädchen*fantasien meint hier zweierlei: einerseits die Jugendlichen selbst – samt ihrer welt-schaffenden Imaginationen, ihren Träumen, Wünschen und Sehnsüchten. Anderseits mediale, auch fiktionale Repräsentationen von Mädchen und Mädchenhaftigkeit sowie die gesellschaftlichen Hoffnungen, Heilsversprechen, Utopien, Vorurteile, Begierden Verniedlichungen etc., die auf Mädchen projiziert werden und die sie aushalten müssen.

Die Tagung führt ethnografische, medienkulturanalytische und historisch-anthropologische Beiträge zusammen und bringt sie miteinander ins Gespräch. In einer weitgehend Jungs-dominierten Populär- und Unterhaltungskulturforschung verschafft sie den Stimmen von Mädchen* Gehör und bietet Gelegenheit zum Nachdenken darüber, wie sich Begriffe, Gegenstandsbestimmungen und Forschungsstile verändern müssen, um Mädchen nach eigenen Maßstäben zu verstehen und zu beschreiben.

Moritz Ege, Christine Lötscher, Julian Schmitzberger und Anja Schwanhäußer (Organisationsteam)